Bewertungen von aussen – auf der Achterbahn der Gefühle

Vorgestern noch schwebte ich vor Glück, konnte es kaum fassen, welch unglaublich tolles Leben ich leben darf – heute bin ich am Boden zerstört und weiss einfach nicht, wie ich das alles schaffen soll.
Dieses ganze Gefühlschaos entstand tatsächlich nur durch Bewertungen von Freunden.
Natürlich habe ich mir schon tausendmal gesagt, dass mir die Bewertungen von Anderen egal sein können, aber erst jetzt wird es klarer, was das wirklich heisst:
Verändere Dich nicht aufgrund Bewertungen Anderer.
Verändere Dich, weil Du es willst.

Wenn Dich Andere bewerten, wollen sie damit meist – bewusst oder unbewusst – erreichen, dass Du Dich änderst.
Ihnen passt es vielleicht nicht, dass Du so bist, wie Du gerade bist, weil sie es sich selbst nicht erlauben, so zu handeln wie Du.

Jetzt konkret, was ist passiert:

Vor Glück schwebte ich( einerseits, weil ich mich körperlich wohl und energiegeladen fühlte. Anderseits), weil ein sehr guter Freund mich so, wie ich bin, wertschätzt, meine Projekte, meine Stimme toll findet.
Ich war tatsächlich überwältigt von so viel Bewunderung. „Womit habe ich das verdient?“, dachte ich bei mir. Aber so viel es mir um einiges leichter mich selbst zu lieben, zumindest für ein paar Tage.

Bis ich heute von einer sehr guten Freundin „einen Schlag ins Gesicht“ bekam – sie hat das keineswegs böse gemeint, ich weiss, sie liebt mich.
Ich erzählte, was ich für Pläne und Träume hatte und dass es mir schwer fiele, alles unter einen Hut zu bringen. Eigentlich wollte ich dazu gar keinen Ratschlag, ich wollte einfach nur mit meinem Problem wahrgenommen werden. Auf jeden Fall war die im Hintergrund schwingende Aussage: „Du bist da einfach zu naiv, Du musst Dich da einfach anpassen, sonst klappt das nicht.“
Autsch. All meine Träume, Projekte sind auf einmal nichts mehr wert? Ich muss mich verändern? Realistischer sein? Träume aufgeben?
Ich bin, so wie ich bin, falsch?

Nein, natürlich nicht.
Du auch nicht!
Nur weil man etwas in den Augen Anderer „falsch“ macht, heißt das nicht, dass man deswegen weniger wert ist, etwas tatsächlich falsch gemacht hat oder so einen Unsinn.
Es heißt nur, dass ich eine Erfahrung mache. Ich möchte dieses „Falsche“ erfahren.
Ein Kind möchte erfahren, wie es ist umzufallen. Eins von Levi’s Lieblingsspielen ist es, absichtlich umzufallen. Ja, da hast Du richtig gelesen!
Er möchte erfahren, wie es ist hinzufallen. Was passiert da, wo tu ich mir weh, wie schlimm tut das weh, wie kann ich mich am besten auffangen und wie komm ich danach wieder hoch, hilft mir da jemand, fall ich dann gleich wieder um, wie fühle ich mich nach dem „Sturz“?

Bitte lasst mich also die Erfahrung machen zu fallen.
Ich will mich nicht um euretwillen verändern, sondern nur weil ich das will. Erst wenn ich den Drang habe, etwas zu verändern, bin ich auch bereit dazu.
Bitte, lasst mich auf die Schnauze fallen und helft mir dann auf, wenn ich euch brauche.
(Und spart euch diesen verletzenden Spruch „ich hab’s Dir doch gleich gesagt!)

Danke ❤

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